Kartoffeln pflanzen im Topf

Kartoffeln im Kartoffel-Pflanztopf selber zu pflanzen ist eine platzsparende Alternative zum Anbau auf dem freien Feld. Man benötigt lediglich handelsübliche Blumentöpfe, Pflanzgefäße aus Kunststoff, die man präpariert, oder einen speziellen Pflanztopf aus dem Handel.

Das sollte man vor dem Pflanzen im Kartoffel-Pflanztopf wissen

Für die Kartoffel-Anzucht im Topf benötigt man sandigen und nährstoffreichen Boden. Denn Kartoffeln gehören zu den Starkzehrern. Am besten gedeihen sie, wenn man sie ca. alle 2 Wochen mit Flüssigdünger* düngt.

Diese Anleitung ist auf einen Plastiktopf ausgerichtet. Solche Töpfe haben den Vorteil, dass sie leichter sind und man sie auch auf einem Balkon benutzen kann. Außerdem halten die Plastiktöpfe die Erde im Hochsommer besser feucht als Ton und können nicht so leicht morsch werden, reißen oder durchfaulen.

Es gibt spezielle Pflanztöpfe im Handel wie zum Beispiel den PotatoPot®*, die aus einem Außen- und Innentopf bestehen. Zwischen Innen- und Außentopf gibt es Abstandhalter, damit das Wasser, durch ein Netz aus kleinen Öffnungen aus dem Innentopf durch die Löcher des Außentopfes abfließen kann. Der Clou des Innentopfes besteht nicht nur darin, dass man in ihm die Kartoffeln anbauen kann. Durch einfaches Herausheben des Innentopfes lassen sie sich auch überprüfen und ernten.

Kartoffeln pflanzen im Topf: Zubehör & Voraussetzungen

  • ein möglichst hoher Kartoffel-Pflanztopf (40 bis 50 cm Durchmesser mit 10-15 L Volumen).
  • je nach Fassungsvermögen bis zu 95 Liter Erde
    Zum Beispiel Gartenerde, gemischt mit Kompost und Sand
    Alternativ eignet sich auch Gemüseerde, die mit etwas Sand vermischt wurde
  • Der Boden benötigt eine möglichst konstante Temperatur von 7-10 Grad. Vorgekeimten Kartoffeln macht eine niedrigere Temperatur (bis 7 Grad Celsius) etwas weniger aus.
  • eventuell reifer Kompost als erste Erdschicht und Startdünger
  • eventuell Kies für eine dünne Drainageschicht
  • organischer Dünger*, organischer Spezialdünger* oder Flüssigdünger*
  • 2-3 Pflanzkartoffeln- bzw. Saatkartoffeln in Bio-Qualität oder unbearbeitete aus konventionellem Anbau – am besten vorgekeimt. Man kann sie an einem 10-15 Grad Celsius warmen Ort ungefähr 4 Wochen vor dem Einpflanzen vorkeimen. Statt Saatkartoffeln sind auch Bio-Kartoffeln geeignet, denn sie sind nicht mit Keimstopp-Mitteln behandelt.

Woran erkennt man gute Saatkartoffeln?

Saat- oder Pflanzkartoffeln (auch: „Setzkartoffeln“) sind der Grundstein des eigenen Kartoffelanbaus. Wer einen möglichst großen Ertrag erzielen möchte, sollte daher bei der Auswahl seiner Saatkartoffeln einiges beachten. Gute Saatkartoffeln erkennt man daran, dass die “Augen” schon gut sichtbar sind und einen lilafarbenen Schimmer haben. Außerdem sollten sie unbeschädigt sein. Die besten Saatkartoffeln sind die mittelgroßen. Das liegt daran, dass sie im Verhältnis zu ihrem Umfang viele Triebe aufweisen und dementsprechend auch genügend Energie liefern, um die Keime zu versorgen. Bei kleinen Kartoffeln kann es zu Ausfällen kommen.

Den Kartoffel-Pflanztopf im Schichtverfahren mit Erde und Saatkartoffeln befüllen

  1. Falls es sich um einen handelsüblichen Plastiktopf eignet: Löcher in den Kunststoff-Kübel bohren, damit das Wasser abfließen kann und 2-3 cm hoch Kies als Drainageschicht auslegen.
  2. Eventuell eine dünne Schicht Kompost auslegen.
  3. Eine 15 cm hohe Schicht aus Blumenerde einfüllen.
  4. Vier Pflanzkartoffeln im Abstand von 5-10 cm zueinander auf die Erde setzen. Mit einer handbreit voll Erde bedecken. Nach kurzer Zeit sollten die Triebe circa 10 cm lang werden.
  5. Eine weitere Schicht Erde kreisförmig von außen nach innen hinzufügen, so dass nur noch die Blattspitzen zu sehen sind.
  6. In regelmäßigen Abständen parallel zum Wuchs der Kartoffelpflanze Erde aufschichten, bis der Kartoffel-Pflanztopf vollständig mit Erde gefüllt ist. Dadurch verhindert man, dass aus de Erde Tochterknollen herauswachsen und durch Fotosynthese grün und giftig werden. Je wärmer es ist, desto schneller wächst die Kartoffelpflanze.
  7. Regelmäßig das Unkraut entfernen und wässern, dabei aber Staunässe vermeiden und darauf achten, dass es abfließt.
  8. Sobald die Blätter anfangen, gelb zu werden, sollte man noch ein bisschen abwarten bis sie sich weiter zurückbilden und die Kartoffeln anschließend ernten.

Kartoffeln pflanzen im Topf: Wann?

Für die Kartoffel-Anzucht im Topf eignen sich am besten frühe Sorten wie „Glorietta“ und „Paroli“, die ab Ende Februar vorgekeimt wurden (Hier findest du eine ausführliche Liste sämtlicher Kartoffelsorten). Sie haben den Vorteil, dass sie früher geerntet werden können, weniger anfällig für Krankheiten sind und einen höheren Ertrag bringen.

Etwa Anfang April, wenn die Bodentemperatur ca. 10 Grad Celsius erreicht hat, können die Kartoffeln eingesetzt werden. Frühe Kartoffeln können bereits im März eingepflanzt werden, wenn die Bodentemperatur mindestens 7 Grad Celsius beträgt. Frühkartoffeln können häufig schon im Juli geerntet werden.

Hier findest du eine weitere Übersicht von sehr frühen bis späten Sorten…

Kartoffeln im Topf anhäufeln

Da Kartoffeln ihre Wurzeln nahe der Erdoberfläche bilden, lassen sie sich, sobald sie in der Erde sind, leicht zu einem kegelförmigen „Pflanzgraben“ anhäufen. Dafür füllt man den Topf ungefähr zur Hälfte mit Erde, legt die Kartoffeln hinauf und bedeckt sie mit Erde. Werden die ersten grünen Triebe sichtbar, bedeckt man diese erneut mit Erde bis der Topf voll ist. Dabei ist es wichtig, gleichzeitig auch jedes Mal das Unkraut zu entfernen.

Die angehäufte Erde befähigt die Kartoffelpflanze dazu, neue Wurzeln und dementsprechend auch neue Knollen zu bilden.

Quellen und hilfreiche Links

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